Der Egge Hof
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Region & Ausreiten·18. Juni 2025· 5 Min

Zu den Externsteinen und zurück: Ein Tagesausritt

Ein ganzer Tag im Sattel Richtung Externsteine — mit Planung, den schönsten Pausen und allem, was du wirklich mitnehmen solltest.

Reiterin auf einem Pferd auf einem schmalen Waldweg im sommerlichen Teutoburger Wald, im Hintergrund die Felsen der Externsteine.

Es gibt diese Tage, an denen ein kurzer Ritt durch den Wald einfach nicht reicht. An denen du morgens in den Sattel steigst und weißt: Heute nehmen wir uns Zeit. Ein Tagesausritt zu den Externsteinen gehört für mich zu den schönsten Touren, die man von hier aus machen kann — nicht, weil sie besonders anspruchsvoll wäre, sondern weil sie so viel vom Teutoburger Wald in einen einzigen Tag packt.

Vom Waldrand am Holzkamp bist du in wenigen Minuten unter Bäumen. Und ab da beginnt eine Landschaft, die dich und dein Pferd Kilometer für Kilometer belohnt.

Bevor es losgeht: gut geplant ist halb geritten

Ein längerer Ausritt lebt von guter Vorbereitung — für dich und für dein Pferd. Ein paar Dinge, die sich bei mir bewährt haben:

  • Kondition ehrlich einschätzen. Ein Tagesausritt ist etwas anderes als die Feierabendrunde. Dein Pferd sollte an längere Strecken gewöhnt sein. Wenn du unsicher bist, baue die Distanz über mehrere Wochen langsam auf.
  • Route grob im Kopf haben. Die Wege rund um Horn-Bad Meinberg sind gut ausgeschildert, aber ein Blick auf die Karte vorab spart unterwegs Diskussionen. Merke dir Abzweige und mögliche Abkürzungen, falls das Wetter kippt.
  • Beschlag und Hufe checken. Gerade auf den wechselnden Böden im Teuto lohnt ein prüfender Blick. Bei Fragen zu Beschlag oder Hufzustand ist dein Hufschmied der richtige Ansprechpartner — lieber einen Tag vorher als unterwegs.
  • Wetter und Tageslicht. Im Sommer hast du viel Puffer, aber plane trotzdem so, dass du entspannt vor der Dämmerung zurück bist.

Der Trail-Alltag hilft hier übrigens enorm: Pferde, die täglich viel in Bewegung sind und verschiedene Böden unter den Hufen haben, gehen so eine Tour deutlich gelassener an.

Unterwegs durchs Silberbachtal

Der schönste Weg zu den Externsteinen führt für mich durchs Silberbachtal. Der kleine Bach begleitet dich ein Stück, das Grün steht dicht, und an warmen Tagen ist es hier spürbar kühler als draußen auf den Feldern. In der Nähe liegt die Silbermühle — ein guter Orientierungspunkt und ein Ort, an dem sich eine erste Pause anbietet.

Nimm dir diese Pausen bewusst. Ein Tagesausritt ist kein Rennen. Steig ab, lockere den Gurt eine Idee, lass dein Pferd verschnaufen und grasen, wo es erlaubt ist. Trink selbst etwas und iss eine Kleinigkeit — verausgabte Reiter treffen schlechtere Entscheidungen als satte. Achte darauf, dass dein Pferd nicht überhitzt ins kalte Wasser geht und nach der Rast wieder ruhig antritt.

Je näher du den Externsteinen kommst, desto mehr Wanderer wirst du treffen. Die markanten Felsen sind ein beliebtes Ausflugsziel, entsprechend voll kann es rund um den Teich werden. Reite hier bewusst zurückhaltend, grüße freundlich und nimm Rücksicht — ein entspanntes Pferd an lockerem Zügel ist die beste Visitenkarte für uns Reiter. Den eigentlichen Felsen näherst du dich am besten im Schritt und mit wachem Blick für Kinderwagen, Hunde und Fotostopps.

Was in die Satteltasche gehört

Für einen ganzen Tag draußen lohnt sich eine durchdachte Ausrüstung. Meine Grundausstattung:

  • Wasser für dich, dazu ein Snack oder zwei
  • Handy geladen, dazu eine Karte oder App fürs Offline-Navigieren
  • kleines Erste-Hilfe-Set für Mensch und Pferd
  • Hufauskratzer und ein Stück Draht oder Kabelbinder für kleine Reparaturen
  • Regenzeug, auch wenn der Morgen strahlt — der Teuto hat sein eigenes Wetter
  • ein Strick oder eine Anbindemöglichkeit für die Pausen

Viel hilft hier nicht viel. Pack lieber kompakt, aber überlege bei jedem Teil kurz: Würde ich es unterwegs vermissen?

Der Weg zurück

Für den Rückweg wähle ich oft eine leicht andere Route, damit die Tour nicht wie ein Hin und Zurück wirkt. Die letzten Kilometer geht es meist ruhiger zu — Pferd und Reiter sind angenehm müde, die Schritte werden gleichmäßig, und der Wald verabschiedet dich mit diesem satten, harzigen Sommerduft.

Wenn du dann am Waldrand ankommst und dein Pferd am Pflegeplatz absattelst, versorgst und in Ruhe zurück in Box, Paddock oder auf die Weide bringst, ist das für mich der beste Moment des ganzen Tages. Ein zufriedenes Pferd nach vielen Kilometern, die Hufe im vertrauten Sand, ein Kaffee im Reiterstübchen — mehr braucht es nicht. Genau dafür liegt der Egge Hof da, wo er liegt: direkt am Wald, mit den Externsteinen fast vor der Haustür. Und die nächste große Runde kommt bestimmt.

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