Fellwechsel im Frühling: So unterstützt du dein Pferd
Wenn die Tage länger werden, kostet der Fellwechsel dein Pferd Kraft. Mit Striegel, Bewegung und gutem Blick begleitest du es entspannt durch diese Zeit.

Es beginnt meist ganz unscheinbar: An einem milden Märzmorgen bleibt der erste Handschuh voller Haare hängen, und plötzlich wirbeln bei jedem Strich kleine Wollflocken durch die Luft. Der Fellwechsel ist da. Was für uns nach viel Fegen im Stall aussieht, ist für dein Pferd eine echte Leistung. Das lange, dichte Winterfell wird abgestoßen, ein leichteres Sommerkleid wächst nach – und dieser Umbau kostet Energie. Gerade jetzt, wenn hier am Waldrand von Horn-Bad Meinberg die ersten warmen Tage kommen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und dein Pferd bewusst zu begleiten.
Warum der Fellwechsel so anstrengend ist
Gesteuert wird der Haarwechsel vor allem über das Tageslicht. Werden die Tage länger, gibt das dem Körper das Signal, das Winterfell loszulassen. Das Nachbilden von Haaren, Haut und Talg ist Stoffwechselarbeit im Hintergrund – man sieht sie dem Pferd nicht direkt an, aber sie fordert es. Manche Pferde wirken in dieser Phase etwas müder, sind schneller verschwitzt oder haben ein leicht stumpfes Fell. Das ist zunächst normal.
Ältere Pferde, sehr junge Tiere oder solche, die den Winter über knapper dran waren, brauchen oft etwas mehr Aufmerksamkeit. Wer sein Pferd im Alltag gut kennt, merkt schnell, ob es einfach nur haart oder ob wirklich etwas nicht stimmt.
Striegeln: die halbe Miete
Das Beste, was du in dieser Zeit tun kannst, ist regelmäßiges, gründliches Putzen. Striegeln entfernt nicht nur die losen Haare, sondern regt auch die Durchblutung der Haut an und massiert die Muskulatur. Viele Pferde genießen das sichtlich – sie stellen die Oberlippe vor oder lehnen sich in den Striegel.
Ein paar Dinge, die sich bewährt haben:
- Gummistriegel oder Wechselstriegel in kreisenden Bewegungen lösen das Winterfell am effektivsten, besonders an Hals, Schulter und Kruppe.
- Empfindliche Stellen wie Beine, Kopf und Bauch behandelst du sanfter, dort reicht oft eine weiche Bürste.
- Nimm dir Zeit und beobachte dabei: Beim Putzen gehst du ganz automatisch über den ganzen Körper und spürst Kleinigkeiten, die dir sonst entgehen.
- Wetter nutzen – nach einer Runde auf dem Aktiv-Lauftrail ist die Haut warm und das Haar löst sich leichter.
Bei uns am Egge Hof gehört der Pflegeplatz gerade im Frühjahr zu den belebtesten Ecken. Es ist eine schöne, ruhige Gelegenheit, Zeit mit dem eigenen Pferd zu verbringen, während drumherum der Frühling in den Teutoburger Wald zieht.
Bewegung und Fütterung im Blick behalten
Bewegung hilft dem Fellwechsel: Die bessere Durchblutung unterstützt Haut und Stoffwechsel, und ein Pferd, das sich viel bewegt, kommt insgesamt runder durch diese Phase. Der tägliche Weg über den Lauftrail mit seinen wechselnden Böden, die Herde auf der Weide, die Führanlage – all das sorgt dafür, dass dein Pferd in Bewegung bleibt, statt nur zu stehen. Oft sind das ganz nebenbei acht bis zwölf Kilometer am Tag.
Auch beim Futter lohnt der zweite Blick. Der Körper braucht jetzt Bausteine für das neue Fell, allen voran hochwertiges Eiweiß und bestimmte Spurenelemente wie Zink. Eine ausgewogene Grundversorgung mit gutem Raufutter ist dabei die wichtigste Basis. Ob dein Pferd darüber hinaus eine gezielte Ergänzung braucht, hängt vom einzelnen Tier ab – das lässt sich am besten gemeinsam mit deinem Tierarzt oder einer Fütterungsberatung klären. Pauschale Kuren nach dem Gießkannenprinzip bringen selten etwas. In der Komfortverpflegung stimmen wir die Rationen ohnehin individuell nach Plan ab, sodass jedes Pferd das bekommt, was zu ihm passt.
Wann du genauer hinschauen solltest
Der Fellwechsel ist ein natürlicher Vorgang, aber er kann auch zeigen, wenn etwas im Argen liegt. Hellhörig werden solltest du, wenn dein Pferd auffällig lustlos ist, deutlich abbaut, kahle oder schuppige Stellen bekommt, stark juckt oder sich das Fell nur schleppend und ungleichmäßig wechselt. Ein sehr langes, lockiges Fell, das partout nicht ausgehen will, kann ebenfalls ein Grund sein, einmal genauer hinzusehen.
In solchen Fällen gilt: lieber einmal zu früh als zu spät den Tierarzt fragen. Er kann einschätzen, ob wirklich alles in Ordnung ist oder ob dahinter etwas steckt, das Aufmerksamkeit braucht. Für alles rund um Huf und Bewegung ist auch der Hufschmied ein guter Ansprechpartner.
Der Frühling ist eine schöne Zeit, um wieder mehr Zeit mit dem Pferd zu verbringen – beim Putzen, beim Ausritt ins Silberbachtal, beim ersten gemeinsamen Durchatmen in der Sonne. Wenn du deinem Pferd jetzt ein bisschen extra Zuwendung schenkst, kommt es entspannt und glänzend in den Sommer. Und genau dafür ist der Frühjahrsanfang am Waldrand einfach ideal.
Interesse an einem Platz?
Wir zeigen dir den Egge Hof gerne persönlich.


