Atemwege schützen: Staubarme Haltung im Winter
Wenn die Stalltür im Winter länger zubleibt, wird die Luft zur unterschätzten Größe. Was staubarmes Raufutter und frische Luft für die Pferdelunge bedeuten.

Der erste richtig kalte Morgen im Teutoburger Wald hat etwas Feierliches. Raureif auf den Paddocks, Nebel über dem Silberbachtal, und aus den Nüstern steigt bei jedem Atemzug eine kleine Dampfwolke. Genau in dieser Jahreszeit rückt ein Thema in den Vordergrund, das im Sommer kaum jemand auf dem Schirm hat: die Luft, die dein Pferd den ganzen Tag einatmet. Denn wenn Türen länger geschlossen bleiben und Heu die Hauptmahlzeit wird, entscheidet die Haltung mit darüber, wie frei die Atemwege bleiben.
Pferde sind reine Nasenatmer und bewegen über den Tag enorme Mengen Luft durch ihre feinen Atemwege. Staub, Schimmelsporen und Ammoniak aus feuchter Einstreu setzen der empfindlichen Lunge zu – oft schleichend, lange bevor man ein Husten hört. Umso mehr lohnt es sich, im Winter ein paar Dinge bewusst richtig zu machen.
Raufutter: die unterschätzte Staubquelle
Heu ist im Winter das tägliche Brot – und gleichzeitig die häufigste Staubquelle im Stall. Trockenes, staubiges oder gar leicht muffiges Heu setzt mit jedem Bissen feinste Partikel frei, die direkt vor der Nase des Pferdes in der Luft schweben. Ein paar einfache Handgriffe helfen spürbar:
- Gute Qualität zuerst: trockenes, sauber riechendes Heu ohne Stockflecken ist die halbe Miete. Was muffig riecht, gehört nicht in den Trog.
- Bedämpfen statt nur wässern: fachgerecht bedampftes Heu bindet Staub und Sporen deutlich besser als kurzes Einweichen – und bleibt schmackhaft.
- Ebenerdig füttern: Fressen aus Bodennähe lässt Sekret und Staub natürlich abfließen, statt sie in die Tiefe der Lunge zu ziehen.
- Silage als Alternative: gutes, sauber siliertes Raufutter ist von Natur aus staubarm und für manche Pferde eine echte Entlastung.
Bei uns am Egge Hof gehört zur Komfortverpflegung, dass jedes Pferd sein Heu, seine Silage und sein Kraftfutter nach individuellem Plan bekommt – so lässt sich die Fütterung auch auf empfindliche Atemwege abstimmen, ohne dass ein Tier zu kurz kommt.
Frische Luft schlägt warme Luft
Ein verbreiteter Irrtum: Im Winter müsse der Stall möglichst warm und dicht sein. Für die Pferdelunge ist genau das Gegenteil gesund. Pferde vertragen Kälte hervorragend, solange sie trocken stehen und Bewegung haben. Was ihnen zusetzt, ist abgestandene, feuchte Luft, in der sich Ammoniak und Staub sammeln.
Deshalb gilt: lieber ein paar Grad kühler und dafür gut durchlüftet. Zugfreie, aber offene Verhältnisse, trockene Einstreu und regelmäßiges Ausmisten halten die Luftqualität hoch. Offenstall- und offene Boxenkonzepte mit direktem Zugang nach draußen haben hier einen natürlichen Vorteil: Die Luft steht nie lange, und das Pferd kann selbst wählen, wann es draußen ist.
Bei uns sind die 15 Komfort-Boxen mit Paddock angebunden, sodass jedes Pferd jederzeit an die frische Waldluft kommt. Wer über den Aktiv-Lauftrail geht, bewegt sich über den Tag verteilt oft acht bis zwölf Kilometer über verschiedene Böden – Bewegung, die nicht nur den Beinen, sondern auch der Atmung guttut, weil sie die Lunge richtig durcharbeiten lässt.
Bewegung, Beobachtung und der Blick zum Fachmann
Ein Pferd, das sich viel bewegt und viel draußen ist, hustet in aller Regel seltener als eines, das lange in stehender Stallluft verbringt. Trotzdem lohnt der aufmerksame Blick gerade im Winter: Nüstern, Atemfrequenz in Ruhe, verklebte Ecken, ein leises Husten beim Antraben. Solche Signale sagen dir früh, dass die Atemwege Aufmerksamkeit brauchen.
Wichtig dabei: Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beurteilung. Wenn dein Pferd hustet, vermehrt Nasenausfluss zeigt oder schwerer atmet, ist der Weg zum Tierarzt der richtige. Nur dort lassen sich Ursachen sauber abklären und ein Vorgehen finden, das zu deinem Pferd passt. Gute Haltung ist die Grundlage – die Diagnose gehört in fachkundige Hände.
Am Ende ist staubarme Winterhaltung keine Zauberei, sondern eine Summe kleiner, konsequenter Entscheidungen: sauberes Raufutter, ebenerdig gefüttert, viel frische Luft und reichlich Bewegung. Genau dafür ist der Egge Hof am Waldrand von Horn-Bad Meinberg gemacht – für Pferde, die auch im Winter frei durchatmen dürfen, mit den Reitwegen ins Silberbachtal direkt vor der Tür. Wenn du magst, schau bei einem Rundgang vorbei und riech selbst, wie ein Stall im Winter riechen darf: nach Heu, Holz und Wald.
Interesse an einem Platz?
Wir zeigen dir den Egge Hof gerne persönlich.


